Medienfachwirt (IHK) – ein Erfahrungsbericht

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen meine Erfahrungen zum Medienfachwirt (IHK) berichten. Ich habe diesen von Oktober 2015 bis September 2017 in München bei der Macromedia GmbH absolviert. Ich hoffe, dass dieser Beitrag dem einen oder anderen bei seiner Entscheidungsfindung hilft und einen Überblick über den Medienfachwirt gibt – aus Sicht eines Absolventen, ehrlich, ungeschnitten und ohne das allgemeine blabla aus den Broschüren der Bildungsträger und der Informationsseiten.

 

Inhaltsverzeichnis
Berufsbegleitend oder Vollzeit?
Inhalte & Fächer
Dozenten
Allgemeine Stimmung während der Fortbildung
Prüfungen
Ansehen des Medienfachwirtes in der freien Wirtschaft
Was kann man nach dem Medienfachwirt weitermachen?
Welche Alternativen zum Medienfachwirt gibt es?
Fazit

 

Medienfachwirt Berufsbegleitend oder Vollzeit?

Letztendlich ist dies eine Entscheidung, die von der aktuellen Lebenssituation abhängig gemacht werden sollte. Der Vollzeitkurs dauerte bei meinem Bildungsträger (Macromedia München) 9 Monate, der Berufsbegleitende 2 Jahre.
Da ich nicht mehr aus dem Beruf aussteigen wollte, habe ich mich für den berufsbegleitenden Kurs entschieden. Unterrichtszeiten sind hier Freitag, 15.00 bis 20.00 Uhr und Samstag, 8.30 bis 15.30 Uhr, zumindest nominell 🙂 Die Dozenten sind hier Gott sei Dank auch nur Menschen. Wenn das Tagesthema durch ist, ist auch der Unterricht beendet. Ein sinnbefreites Zeitabsitzen wie bei der IHK direkt gibt es hier nicht.
Fast jeden Freitag und Samstag Medienfachwirt-Unterricht (Ferien richten sich meist nach den normalen Schulferien) ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Aber auf den allgemeinen Heulsusen-Tenor, dass es keinerlei Freizeit mehr gäbe, möchte ich definitiv nicht aufspringen.
Und es ist sicherlich auch kein Untergang, wenn ihr nicht jede Woche da seid 😉

 

Inhalte / Fächer des Medienfachwirt-Kurses

Teil 1 – Grundlegende Qualifikationen

Dieser Teil ist sehr stark vom Industriemeister (den es schon länger als den Medienfachwirt gibt) abgekupfert. Dementsprechend allgemein und produktionsbezogen ist dieser Teil auch. Auch wenn der Praxisbezug zugegebenermaßen eher fehlt und die Inhalte als recht zäh empfunden werden können, finde ich persönlich trotzdem, dass diese Inhalte sinnvoll sind, da sie den „Blick über den Tellerrand“ im Unternehmen ermöglichen.

Zusammenarbeit im Betrieb

Hier werden vor allem Softskills gelehrt. Beispielsweise Beurteilungsgespräche, Kritikverhalten, Feedback, Gruppenverhalten, Führungsverhalten, Motivationsarten etc.. Hätte man mich direkt nach den Unterrichtstagen gefragt, hätte ich das Fach wohl als langweilig abgetan. Im Nachhinein betrachtet bin ich mir aber sicher, dass ich vor allem unbewusst einiges anwende, was ich hier gelernt habe. Das hilft mir sicherlich im Job und als zukünftige Führungskraft weiter.

Methoden der Information, Kommunikation und Planung

Ein sehr allgemeines Fach mit Methoden zur Entscheidungsfindung, Priorisierungsmethoden, Arbeitsorganisation, viel mit Diagrammen, Auswertungen etc.. Nicht verkehrt, aber nicht wirklich viel Bezug zum Job um ehrlich zu sein.

Rechtsbewusstes Handeln

Hier geht es um so ziemlich alle relevanten Gesetze des Arbeitsrechtes. Im Hinblick auf die Fragestellungen der Prüfung ist es meiner Meinung nach das schwierigste Fach, da man die Fragen sehr umfangreich beantworten muss und viel von Gesetz zu Gesetz springen muss.
Letztendlich geht dieses Fach meiner Meinung nach zu stark in die Tiefe. Hier werden Medienfachwirte ausgebildet und keine Rechtsanwälte. Für eine Grundeinschätzung der Situation ist das hier erworbene Wissen sicherlich sinnvoll. Wenn es darauf ankommt, muss allerdings sowieso ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Ein bisschen weniger Tiefe hätte es hier sicherlich auch getan.

Betriebswirtschaftliches Handeln

Das meiner Meinung nach wichtigste Fach. Hier werden sämtliche Firmierungen, Beschaffungsplanungen, Produktionsplanungen bis hin zu Kosten-Leistungsrechnung, Betriebsabrechnungsbogen, Deckungsbeitragsrechnung meist auf Bachelorniveau unterrichtet. Auch wenn damit vermutlich kein Medienmensch bisher zu tun hatte: Das ist der wichtige Blick über den Tellerrand, der tiefe Einblicke in andere Unternehmensbereiche ermöglicht und das Verständnis hierfür fördert. Genau diese Kenntnisse sind elementar für Führungskräfte – und das ist der Anspruch der Aufstiegsfortbildung „Medienfachwirt“, genau solche zu schaffen.

Teil 2 – Handlungsspezifische Qualifikationen

Medienrecht

Das meiner Meinung nach schwierigste Fach im Kurs. Hier werden alle wichtigen Mediengesetze wie das Telemediengesetz, Rundfunkstaatsvertrag, Urheberrecht, Markenrecht, Datenschutz und Persönlichkeitsrecht unterrichtet. Wie schon in Arbeitsrecht in Teil 1 ist eine Zuordnung eines Falles zu Gesetzen nicht immer einfach. Zudem muss die Frage ebenfalls wieder sehr umfangreich beantwortet werden. Trotzdem ein wirklich wichtiges Fach mit Praxisbezug, das fast jeder Kursteilnehmer irgendwann im Berufsalltag brauchen wird.

Personalmanagement

Themen: Personalbedarfsermittlung, Stellenanforderungen, Planungen, Mitarbeitereinsatz, Potenzialeinschätzungen, Mitarbeiterbeurteilung, Personalentwicklung
Dieses Wissen ist wirklich nur dann relevant, wenn man in Führungspositionen kommt. Meiner Meinung nach ist das Fach ebenfalls zu allgemein, produktionsbetriebsbezogen aufgezogen und zu stark vom Industriefachwirt abgekupfert. Die Personalplanung einer Führungskraft im Marketing oder in einem Medienunternehmen unterscheidet sich dann doch relativ deutlich von den allgemeinen hier beschriebenen Vorgehensweisen.

Marketing

Dieser Bereich wird sehr umfangreich behandelt. Themen: Marketingziele, Strategien, Analysen, Produkt-/Preis-/Distributions-/Kommunikationspolitik, Marktforschung, Marketingcontrolling etc.
Ein wirklich wichtiges Fach mit direktem Bezug zum Beruf, jedoch sehr trocken aufgezogen.

Digitalfächer

Hier werden Sie einiges über Datenbanken, Content Management Systeme, Hard- und Software, Dateiformate, Crossmedia, allgemeine Vorgehensweisen bei Digitalprojekten usw. lernen.
Was sehr ärgerlich ist: Die „Digitalen“ haben doppelt so wenig Stunden wie die „Printler“. Sehr schade, eigentlich wollte man ja auch in seinem angestammten Fachbereich etwas Neues lernen bzw. in andere Digitalthemen Grundkenntnisse erwerben. Dass man an gerade mal 15 Unterrichtstagen hier aber nicht viel Neues lernen wird, sollte jedem klar sein. Leider war das vor Beginn des Kurses nicht bekannt. Wer als Webdesigner beispielsweise arbeitet, wird sich an den meisten Tagen zu Tode langweilen. Für mich persönlich die größte Enttäuschung beim Medienfachwirt.

Printfächer

Da ich digital gewählt habe, kann ich hierzu nichts sagen, nur eben, dass es deutlich mehr Stoff ist.

 

Dozenten

Zu den Dozenten kann ich fast ausnahmslos Positives berichten. So gut wie alle Dozenten arbeiten nur nebenberuflich als Dozent und hauptberuflich in ihrem Fachbereich. Man merkt einfach, dass diese aus der beruflichen Praxis rauskommen und die Inhalte nicht nur stupide nach Lehrplan vermitteln. Fast immer werden anschauliche Praxisbeispiele und Situationen, wie es wirklich im Job läuft, angeführt.
Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu staatlichen Schulen ist hier niemand verbeamtet. Die Dozenten erhalten immer nur Laufzeitverträge. Beschweren sich viele Studierende über einen Dozenten, kann es gut sein, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Aus diesem Grund geben die Dozenten auch wirklich Gas und strengen sich an.
Auch das Verhältnis zwischen Studierenden und Dozenten würde ich in den meisten Fällen als freundschaftlich und wenig distanziert ansehen.

 

Allgemeine Stimmung während der Fortbildung

Allgemein lässt sich sagen: Mit zunehmender Dauer der Fortbildung sank auch die Motivation und die Anwesenheitsquote. Ich denke das ist bei jeder nebenberuflichen Fortbildung so.
Das miteinander unter den Medienfachwirt-Absolventen war in unserem Kurs sehr freundschaftlich. Man unterstützte sich, wo man nur konnte. Ein gemeinsamer Onlinespeicher zum Dateiaustausch (v.a. Scans von Unterrichtsmaterialien) wurde eingerichtet und war eine große Hilfe für Fehlende.
Für die Prüfungen wurden häufig auch Lerngruppen gebildet.

 

Prüfungen

Teil 1 – Grundlegende Qualifikationen

Hier werden oben genannte vier Fächer geprüft. Diese sind damit abgeschlossen und werden nicht mehr direkt in der Abschlussprüfung geprüft.
Die Prüfung findet an zwei Tagen statt. Pro Tag werden also 2 Prüfungen à 2 Stunden geschrieben. Am knappesten habe ich die Zeit für Arbeitsrecht empfunden, da hier viel nachgeschlagen werden muss.
Für Teil 1 heißt es vor allem eines: Üben in BWL und Arbeitsrecht, lernen in ZiB und MIKP. Ich empfehle, nicht zu stark in die Tiefe zu lernen, sondern lieber mehr alte Prüfungsaufgaben zu machen, um sich an die Aufgabenstellungen zu gewöhnen. Da Teil 1 des Medienfachwirtes relativ zeitlos ist, wiederholen sich hier auch häufig Themen und Aufgabenstellungen.

Ausbildereignungsprüfung

Die Vorbereitung zur Ausbildereignungsprüfung ist im Medienfachwirtkurs inbegriffen (4 Vorbereitungstage). Das Bestehen dieser ist Zulassungsvorraussetzung zur Teilnahme an der Abschlussprüfung. Wer hier Näheres erfahren möchte, wird bei Google sicherlich fündig.

Teil 2 – Handlungsspezifische Qualifikationen

Hier werden oben genannte Fächer geprüft. Jedoch gibt es in der schriftlichen Prüfung keine Einzelprüfungen für jedes Fach á 2 Stunden, sondern 2 Prüfungen.
An Tag eins wird das gewählte Fachgebiet (print und digital) geprüft („Medienproduktion“). Die Aufgabenstellungen sind sehr praxisorientiert und eher allgemein. Ein stupides Auswendiglernen des Stoffes (vor allem ins Detail) ist wenig hilfreich.
An Tag zwei werden die allgemeineren Fächer geprüft („Führung und Organisation“, 4 Stunden). Die Aufgabenstellungen verschwimmen hier eher ineinander, eine klare Abgrenzung „Aufgabe x ist Unterrichtsfach y zuzuordnen“ gibt es hier nicht. Das hat auch folgenden Vorteil: Wenn Sie beispielsweise in Medienrechtaufgaben schlecht abgeschnitten haben, können Sie dies mit einer guten Leistung in thematisch anderen Aufgaben einfach ausgleichen. Die Durchfallquote/Wiederholungsquote ist daher bei der Abschlussprüfung auch deutlich niedriger als bei der Zwischenprüfung.

Nach der schriftlichen Prüfung hat man etwa ein Monat Zeit, seine Projektarbeit mit einem vorgegebenen Thema zu schreiben (Umfang ca. 30 Seiten). Inhalte, Aufbau und alles weitere notwendige wurde ausführlich und sehr zufriedenstellend mit unserem Kursleiter besprochen. Wir fühlten uns hier sehr gut vorbereitet.

Wiederum danach erst erfolgt die mündliche Prüfung. Diese besteht aus einer etwa 15-minütigen Präsentation der eigenen Projektarbeit und einer anschließenden Abfrage quer durch alle Themengebiete. Meistens werden Fragen mit Bezug zur Projektarbeit gestellt.
Sehr ärgerlich war, dass zwischen der schriftlichen Abschlussprüfung und der Mündlichen ganze 4 (!) Monate lagen. Eine lange Zeit, in der man sich das komplette Wissen „warmhalten“ muss.

 

Ansehen des Medienfachwirtes in der freien Wirtschaft

Mittlerweile hat der Fachwirt allgemein an Bekanntheit gewonnen. Der Medienfachwirt wird in den Unternehmen gleichwertig mit dem handwerklichen Meister angesehen. Somit wird man meist für Aufgaben eingesetzt, die mehr Kenntnisse erfordern als eine normale Ausbildung, jedoch meist nicht in den höchsten Führungspositionen.
Gerne berufen sich Bildungsträger, die den Fachwirt anbieten, auf den DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen), welches den Medienfachwirt auf dem gleichen Bildungsniveau (6 von 8) wie den Bachelor of Arts einordnet. Er wird somit als gleichwertig zu einem Universitäts-Bachelor beworben.
Rein formal ist das richtig. In Der Wirtschaft interessiert dieser DQR allerdings niemanden. De facto gibt es sowohl was das theoretische Fachwissen, als auch das Ansehen in Unternehmen angeht, schon noch Unterschiede zwischen diesen beiden Abschlüssen. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass so gut wie jeder Tarifvertrag in größeren Unternehmen den Meister/Fachwirt in eine niedrigere Entgeltstufe einstuft als den Bachelor of Arts.
Auch die Tatsache, dass der Medienfachwirt im Englischen mit „Bachelor of Media Engineering CCI“ übersetzt wird, stiftet hier leider häufig Verwirrung.
Äußerst positiv zu erwähnen ist, dass die Medienbranche als eine der ersten erkannt hat, dass im Medien- und Marketingbereich weniger Theoretiker von der Uni benötigt werden als Praktiker, die seit Jahren in Unternehmen arbeiten. Ein fertiger Medienfachwirt verfügt schließlich (inkl. Ausbildungszeit im Vorberuf) über mindestens 6 Jahre praktischer Berufserfahrung.
Aus diesem Grund werden Medienfachwirte häufig bevorzugter eingestellt als Bachelorabsolventen – obwohl der Bachelor rein formal eigentlich der etwas höher angesehene Berufsabschluss ist.

 

Was kann man nach dem Medienfachwirt weitermachen?

Ein Fachwirtabschluss rechtfertigt keine Zulassung zu einem Master-Studiengang an einer Universität. Es gibt lediglich vereinzelte Fernuniversitäten, die nach Fachwirt + 4 Jahren Berufserfahrung und einer knackigen Aufnahmeprüfung (zum Erreichen der fehlenden Akkreditierungspunkte) Fachwirte zu einem MBA Studiengang zulassen.
Jedoch handelt es sich hier ausschließlich im private Universitäten. Dementsprechend hoch sind auch die monatlichen Gebühren.
Ich selbst habe hier leider keine Erfahrungen gemacht.
Was in jedem Fall geht – egal ob Sie vorher Abitur oder Fachabitur gemacht haben – ist die Zulassung zu sämtlichen Bachelor of Arts Studiengängen im Medien- und Marketingbereich. Der Fachwirt berechtigt Sie dazu. Je nach Universität können sogar Vorleistungen des Medienfachwirtes angerechnet werden, sodass Sie einzelne Semester und Prüfungen nicht mehr absolvieren müssen. Eine Verkürzung auf 3-4 Semester ist durchaus realistisch.
Ob ein zusätzlicher Bachelor nach dem Fachwirt lohnt, muss im Einzelfall entschieden werden.

 

Welche Alternativen zum Medienfachwirt gibt es?

• Marketingmanagement (B. A.) berufsbegleitend oder Vollzeit
• Medienmanagement (B. A.) berufsbegleitend oder Vollzeit
• BWL mit Schwerpunkt Marketing (B.A.)
• Kommunikationsdesign (B.A.) für die gestalterisch-technischen Ecke

 

Ein Kommentar zur IHK München

Zur Erinnerung: Ich habe den Medienfachwirtkurs bei der Macromedia in München absolviert – einem privaten Bildungsträger. Die IHK war deshalb bei mir nur für die Prüfungsabwicklung zuständig. Dies betrifft insbesondere die organisatorische Abwicklung (Prüfungsanmeldung, Prüfungseinladung) und die Erstellung der Prüfungsaufgaben (schriftlich und Facharbeit). Die nachfolgenden Zeilen beziehen sich also explizit auf die IHK, nicht auf die Macromedia.
Leider scheint es bei den Medienfachwirt-IHK-Ausschüssen in München starke Unstimmigkeiten zwischen Print und Digital zu geben. Man merkt extrem, wie weit hinten nach die IHK vor allem bei Digital ist und wie grob fahrlässig dieser Teil der Kursteilnehmer behandelt wird.
Es beginnt schon damit, dass die Digitalen fast doppelt so wenig fachspezifische Unterrichtstage haben als die Printler. Häufig haben sich Inhalte von manchen Dozenten sogar wiederholt. Ein klares Zeichen dafür, dass hier der Digital-Lehrplan vernachlässigt wird. Schön, dass in den Prüfungen dann auch Aufgaben zu Themen drankommen, die im Lehrplan nicht ansatzweise erwähnt werden.
Während den Print-Teilnehmern für ihre Facharbeit eine 20-seitige Aufgabenstellung mit einer genauen Beschreibung und allen Details zugeschickt wurde, bekamen die Digitalen ganze 8 Zeilen Ausgangssituation und eine Auswahl von 3 kurzen Fragestellungen für den Teil „Medienproduktion“. Fast alle relevanten Informationen, die für Planung, Zielgruppenanalyse, Kalkulation usw. dringend benötigt werden, fehlten. Ohne mehrere Telefonate mit den Kursleiter wäre eine seriöse Bearbeitung gar nicht möglich gewesen.
Am allermeisten ärgert mich jedoch, dass keinerlei Anstrengungen unternommen werden, die Prüfungen in einem auch nur ansatzweise vertretbaren Zeitraum abzuschließen. Die beiden schriftlichen Prüfungen fanden am 17./18. Mai statt. Ab dem 18. Mai hat man einen Monat Zeit, seine Facharbeit zu schreiben. Bei gerade einmal 8 Prüfungsteilnehmern der Macromedia (und vermutlich nicht recht viel mehr von der IHK direkt) sollte man meinen, dass spätestens Anfang Juli alles korrigiert ist, die Mündlichen abgehalten werden und danach das Abschlusszeugnis verliehen wird. Mitte Juli erhielten wir Post von der IHK mit dem Termin der mündlichen Prüfung: 20. September! Das ist kein Scherz… Bis dann die Zeugnisse erstellt sind, ist es Anfang Oktober.
Das sind fast 5 Monate, die seit der 1. schriftlichen Prüfung bis zum Zeugnis vergangen sind. 5 Monate! Dass die Teilnehmer nach 2 anstrengenden Jahren endlich mal mit dieser Fortbildung abschließen wollen, sollte klar sein. Viele Teilnehmer möchten den Fachwirt als Karrieresprungbrett benutzen und wollen sich endlich auf höhere Stellen bewerben. Die Teilnehmer im Vollzeitkurs sind seit mittlerweile einem Jahr im Grunde arbeitslos, brauchen dringend einen Job und Geld. Eine einzige Unverschämtheit…

 

Fazit

Der Medienfachwirt vermittelt unternehmerische Kenntnisse, Arbeitsmethodiken, Softskills und ein Abriss aller relevanten Medien- und Marketingbereiche. Vor allem BWL und Marketing gehen sehr stark ins Detal. So wird ein sinnvoller Rundumblick durch alle relevanten Unternehmensbereiche ermöglicht. Dies sind unerlässliche Kenntnisse für zukünftige Führungspositionen. Diesem Anspruch kommt der Medienfachwirt in jedem Fall nach.

Erwarten Sie jedoch auf keinen Fall, dass Sie beim Medienfachwirt fachpraktische oder fachtheoretische Kenntnisse aus Ihrem Vorberuf erweitern können. Noch weniger sollten Sie erwarten, dass Sie durch neue Kenntnisse aus anderen Bereichen in einen anderen Medienbereich wechseln können. Beispiel: Sie werden als Print-Mediengestalter durch den Medienfachwirt niemals befähigt werden, in die Webdesign-Ecke zu wechseln, nur weil hier ein paar Grundkenntnisse in Webdesign & Datenbanken vermittelt werden.

Wenn Sie fachlich-technische Kenntnisse erweitern möchten, ist der Fachwirt die falsche Wahl.

Ich persönlich bereue die Entscheidung für den Medienfachwirt nicht (vor allem auch nicht die Entscheidung, ihn berufsbegleitend zu machen). In meiner beruflichen Situation war es eine absolut sinnvolle Fortbildung.

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